Pressespiegel

Andere über uns

Berichte über subreport in regionalen und überregionalen Medien.

  • 19.10.2016 - Einfacher und anwendungsfreundlicher?

    Quelle: Behörden Spiegel

    [19.10.2016] Heiße Eisen und heiße Diskussionen über das neue Vergaberecht

    (BS/Jörn Fieseler) Komplexität und ständige Veränderung des Vergaberechts erfordern einen regelmäßigen Austausch. Im Vergaberecht zwischen öffentlichen Auftraggebern, Bietern und Rechtsexperten. Insbesondere durch die diesjährige Novellierung des Oberschwellenrechts und der anstehenden Neufassung der Unterschwellenvergabe. Vieles ist, entsprechend der Zielsetzung des Gesetzgebers, einfacher und flexibler geworden, doch auf den vom subreport veranstalteten 5. Kölner Vergabetag wurde deutlich: Durch den Erlass von neuen Normen sind – je nach Perspektive der Fachleute – nicht alle Probleme vollständig gelöst werden. Auch nicht bei der E-Vergabe.
    “In vielerlei Hinsicht ist das Vergaberecht effizienter und flexibler geworden”, betonte Andreas Rüger aus dem Referat Öffentliche Aufträge, Vergabeprüfstelle, Immobilienwirtschaft im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Nur die Frage der Einfachheit werde vielfach kritisch gesehen. Allerdings habe es bei vielen Detailfragen gar keine alternativen Regelungsmöglichkeiten gegeben, da sie durch die EU-Richtlinien vorgegeben wurden, so Rüger gegenüber den mehr als 200 Teilnehmern. Zugleich prognostizierte der BMWi-Mitarbeiter: “Die Zeit der reinen Preisvergaben ist teilweise vorbei, Qualität und Innovationen werden als strategische Ziele immer wichtiger.”
    Eine Einschätzung, die Benedikt Lowinski nicht teilt. “Die Gedanken, die man sich im Übergeordneten macht, kann man unten gar nicht durchhalten”, so der kaufmännische Angestellte des Stadtmobiliarherstellers Hahne & Lückel GmbH. Gerade bei standardisierten Produkten, wie zum Beispiel Mülleimern, sei die Qualität ein Kriterium, das oftmals fehle, etwa bei der Vorgabe des Materials. Zudem handle es sich häufig um unterschwellige Vergaben, wo zahlreiche Ausschreibungsmöglichkeiten nicht genutzt würden. “Entscheidend ist nach wie vor der günstigste Preis.”

    Möglichkeiten und Stolpersteine

    Unter den Stichworten Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten unterzog Dr. Oliver Esch, Leiter der Praxisgruppe Vergaberecht bei der Kanzlei Osborne Clarke in Köln, das neue Recht einer kritischen Betrachtung. Sein Fazit: “Die Wahl zwischen offenen und nicht-offenen Verfahren bringt keine wirkliche Flexibilität.” Es gebe keinen zeitlichen Vorteil und die Wahlfreiheit widerspreche bei echtem Teilnahmewettbewerb dem Ziel der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Anders die erweiterte Zulässigkeit von Verhandlungsverfahren oder die neu ermöglichte Innovationspartnerschaft. Allerdings gelte es hier, die jeweiligen Vo­raussetzungen und Einschränkungen zu beachten.
    Demgegenüber sieht Dr. Wolfgang Malms von der Kommunal Agentur NRW einige Stolpersteine, vor allem in den Details. Dies fange schon bei der Bereitstellung von Unterlagen und dem anonymisierten Download an und setze sich über die Kommunikation mit den Bietern fort. Letztere gehört nach Meinung aller nicht zu dem Teil, der allgemein veröffentlicht werden muss. Dennoch: “Der anonyme Zugriff wird unterschätzt”, betonte Loritta Meyer, Leiterin des Teams Vergabe bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Positiv aus Sicht einer Vergabestelle sei daran, dass öffentliche Auftraggeber leichter ähnliche oder gleiche Ausschreibungsunterlagen finden könnten.
    Ein weiterer Stolperstein sei das Ausfüllen von EU-Formularen. “Reicht es, das Feld “Eignungskriterien gemäß Auftragsunterlagen” anzukreuzen oder muss trotzdem eine Liste der geforderten Nachweise wie bisher beigefügt werden?”, fragte Malms. “Das Vergaberecht und seine Umsetzung haben noch “Macken”, es bietet aber auch Chancen. Man muss bereit sein, sie zu nutzen”, zog der gelernte Chemiker sein Fazit.

    Zukunft E-Vergabe

    Unterstützung erhielt er von Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen, der ebenso wie Malms die neuen Regelungen aus kommunaler Sicht bewertete. Vieles sei zu begrüßen, insbesondere die E-Vergabe. Deren erstes erfolgreiches Verfahren habe übrigens die Stadt Mainz mit der E-Vergabe-Plattform subreport ELViS im Oktober 2001 durchgeführt. Aber: “Die Verpflichtung zur elektronischen Angebotsabgabe führte nicht automatisch zu elektronischen Angeboten”, mahnt Kahlen. Dafür müsse auch die notwendige Infrastruktur – der Breitbandausbau – vorhanden sein. Trotz allem gehöre die Zukunft der elektronischen Vergabe. Dagegen sei der Papierkram das Letzte und er und seine Mitarbeiter froh, wenn das letzte Angebot in analoger Form eingehe. Und auch Meyer bekräftigt: “Die mancherorts bestehende Angst vor der E-Vergabe ist völlig unberechtigt, auch unterhalb der Schwelle.”
    Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn die Vielzahl von Plattformanbietern und die unterschiedlichen Veröffentlichungsmöglichkeiten erschweren die Suche nach Ausschreibungen, wie Lowinski betonte. Hier soll mit der XVergabe Abhilfe geschaffen werden. Der vom IT-Planungsrat verabschiedete Standard soll einen einheitlichen, plattformübergreifenden Bieterzugang ermöglichen, wie Frank Schmitz, Referatsleiter für IT-gestütztes Beschaffungswesen und Projektleiter E-Beschaffung im Beschaffungsamt (BeschA) des Bundesministeriums des Innern (BMI), erläuterte. Bei den Plattformanbietern sollten daher noch in diesem Jahr die ersten Konformitätsprüfungen durchgeführt werden, damit der 2015 beschlossene Standard im kommenden Jahr in der Breite eingeführt werden könne.

    Dialogorientierte Plattform

    Bis dahin wird es in der praktischen Umsetzung und bei der Rechtsgestaltung für die Unterschwellenverordnung noch viel zu diskutieren geben. “Wir sind stolz, dass wir auch in diesem Jahr eine erfolgreiche Plattform für das oft viel zu kurz kommende Gespräch zwischen öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen bieten konnten”, zog Edda Peters, subreport-Geschäftsführerin und Initiatorin des Vergabetages, am Ende ihre Bilanz. Überhaupt sei der kontrovers-konstruktive Dialog zwischen Experten und Praktikern mehr und mehr eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des Kölner Vergabetages.

    _DCM7593

    Diskutierten mit den Teilnehmern des 5. Kölner Vergabetages: Benedikt Lowinski, Andreas Rüger, Dr. Wolfgang Malms, Dr. Oliver Esch, Frank Schmitz, Loritta Meyer und Moderator Jörn Fieseler (v. l.). Foto: BS/subreport

  • 23.09.2016 - Vergaberecht im Fokus

    Quelle: Kommune21

    [23.9.2016] Aktuelle Trends im Bereich Vergabe sowie das neue Vergaberecht standen im Fokus des diesjährigen Vergabetags der Firma subreport.

    Über 200 Teilnehmer haben sich auf dem 5. Vergabetag des Unternehmens subreport (13. September 2016, Köln) über aktuelle Tendenzen der Beschaffung auf nationaler und europäischer Ebene informiert. Über dem gesamten Vergabetag stand nach Angaben des Veranstalters die Frage, ob die Ziele der Vergaberechtsreform – Vereinfachung und höhere Anwenderfreundlichkeit – erreicht wurden. So bewertete etwa Wolfgang Malms von der Kommunal Agentur NRW das neue Vergaberecht aus kommunaler Sicht. Sein Fazit: „Das Vergaberecht und seine Umsetzung haben noch Macken. Das neue Recht bietet jedoch auch Chancen. Man muss nur bereit sein, sie zu nutzen.“ Frank Schmitz vom Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern war sich in seinem Vortrag sicher: „Im Interesse der Bieter ist das Projekt XVergabe auf dem Weg zu einer standardisierten technischen Basis der elektronischen Vergabe.“ Dass der elektronischen Vergabe öffentlicher Aufträge die Zukunft gehört, betonte auch Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen. Edda Peters, subreport-Geschäftsführerin und Initiatorin des Vergabetags, zog am Ende der Veranstaltung die Bilanz: „Wir sind stolz, dass wir auch dieses Jahr eine erfolgreiche Plattform für das oft viel zu kurz kommende Gespräch zwischen öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen bieten konnten. Diese Mittlerfunktion ist eine unsere großen Stärken – seit fast 100 Jahren.“ (bs)

  • 18.04.2016 - Seit April gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg die E-Vergabe

    Quelle: Naussauische Neue Presse

    Die digitale Ausschreibung

    [16.04.2016] Der Landkreis Limburg-Weilburg hat mit der Einführung der sogenannten E-Vergabe begonnen. Das bedeutet, Bekanntmachungen von Ausschreibungen und die Vergabeunterlagen werden seit dem 1. April auch in digitaler Form über die elektronische Plattform www.subreport-elvis.de bereitgestellt.

    http://static1.fnp.de/storage/scl/importe/fnpartikel/rhein-main/limburg-lahn/1436023_m3w605h320q75s1v35832_npl_E-VergabeLandkreis_1_4c.jpg?version=1460747216Matthias Petry, Oliver Klein, Landrat Manfred Michel und Manfred Weyl informierten im lockeren Gespräch über die E-Vergabe.

    Zum 1. April wurde die sogenannte E-Vergabe beim Landkreis Limburg-Weilburg eingeführt. Das bedeutet, dass alle Bieter, die sich an Vergabeverfahren des Landkreises beteiligen wollen, in Zukunft ihre Angebote auf elektronischem Weg erhalten und einreichen können. „Mit dieser Einführung der E-Vergabe haben wir die EU-Richtlinie über die öffentliche Auftragsvergabe erfüllt“, sagte Landrat Manfred Michel (CDU) in einer Informationsveranstaltung, zu der der Kreis mit Mitarbeitern des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft des Landkreises, die Kreishandwerkerschaft sowie die IHK Limburg interessierte heimische Unternehmer eingeladen hatten.

    Oliver Klein vom Unternehmen Subreport stellte in der Aula der Limburger Theodor-Heuss-Schule die Vergabeplattform vor und informierte über die verschiedenen Möglichkeiten aus Sicht des Bieters. Aufgrund seiner Erfahrungen mit den VOB-Ausschreibungen und der Testphase der E-Vergabe wurde der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft zum 1. April für alle Organisationseinheiten des Landkreises mit der Durchführung der E-Vergabe beauftragt. Das bedeutet, dass der Eigenbetrieb die elektronische Abwicklung für alle Vergabestellen im Landkreis wahrnimmt.

    „Die Nutzung ist ohne kostenpflichtige Registrierung möglich und die Benutzeroberfläche für beide Seiten einfach, klar und strukturiert aufgebaut“, sagte Manfred Weyl vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft.

    Der Eigenbetrieb bietet jeden Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr eine E-Vergabe-ELVIS-Sprechstunde für Fragen und Informationen rund um die E-Vergabe im Landkreis Limburg-Weilburg an. Terminvereinbarung sind unter Telefon:  (0 64 31) 296 366 oder -447 möglich.

     

  • 22.03.2016 - Ausschreibungen des Kreises Limburg-Weilburg demnächst elektronisch

    Quelle: Limburger Zeitung

    [18.3.2016] Der Landkreis Limburg-Weilburg wird zum 1. April die E-Vergabe einführen. Das heißt: Bekanntmachungen von Ausschreibungen und die Vergabeunterlagen werden in digitaler Form über die elektronische Plattform www.subreport-elvis.de bereitgestellt.

    Zur Einführung des Verfahrens findet am Dienstag, 5. April, 18 Uhr, in der Aula der Theodor-Heuss-Schule in Limburg, Freiherr-vom-Stein-Platz-1, 2. OG, eine Informationsveranstaltung für Bieter beziehungsweise Bewerber statt. Zu dieser Veranstaltung sind alle interessierten heimischen Unternehmen eingeladen. Das Unternehmen Subreport wird die Vergabeplattform vorstellen und informiert über die verschiedenen Möglichkeiten aus Sicht der Bieter. Darüber hinaus bietet der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft des Landkreises Limburg-Weilburg ab April eine sogenannte „E-Vergabe-ELVIS Sprechstunde“ an.

    Donnerstags von 14 Uhr bis 16 Uhr stehen die Kolleginnen und Kollegen für Fragen und Informationen rund um die E-Vergabe im Landkreis Limburg-Weilburg zur Verfügung. Termine können unter den Telefonnummern (06431) 296-366 oder -447 oder per E-Mail an Verwaltung.egw@limburg-weilburg.de vereinbart werden.

  • 13.01.2016 - Praxis prescht vor

    Quelle: Kommune21, Januar 2016

    [12.1.2016] Die E-Vergabe hat mit dem Gesetzentwurf zur Modernisierung des Vergaberechts an Schwung gewonnen. Unabhängig davon ist die elektronische Beschaffung in etlichen deutschen Vergabestellen bereits seit Jahren Realität – weil sie sinnvoll und wirtschaftlich ist.

    EU-weite Vergaben finden ab dem Jahr 2018 komplett papierlos statt. So sieht es der im Juli 2015 verabschiedete Gesetzentwurf zur Modernisierung des Vergaberechts vor. Bis April 2016 werden damit drei EU-Vergaberichtlinien in deutsches Recht umgesetzt. Ziel ist laut Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Wettbewerbsstärkung. Auf der neuen Grundlage sollen Vergabeverfahren schneller und effizienter durchgeführt werden.
    Die neuen Richtlinien betreffen Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte und damit nur rund fünf Prozent aller Vergaben in Deutschland. Dennoch wird von ihnen eine weitere Dynamisierung des Themas E-Procurement erwartet. Denn warum sollte ein neuer Prozess, der für die europaweiten Ausschreibungen einzuführen ist, nicht ebenfalls für die nationalen Verfahren genutzt werden? Einhellig plädieren auch die kommunalen Spitzenverbände, die Auftragsberatungsstellen und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dafür, die E-Vergabe ober- und unterschwellig parallel umzusetzen. Schließlich entlasten elektronische Beschaffung und Vergabe die öffentlichen Haushalte. Allein aus wirtschaftlicher Sicht bietet es sich daher an, nicht zwei Prozesse parallel vorzuhalten.

    Vorteile für Bieter

    Für die Bieter hätte eine Vereinheitlichung des nationalen und internationalen Prozederes große Vorteile. Denn viele von ihnen kennen keine EU-weiten Vergabeverfahren. Muss die Vergabestelle ihnen erst erklären, dass sie für Aufträge unter- und oberhalb der Schwelle unterschiedliche Verfahren anwenden müssen, führt das zu mehr Verwirrung als Verständnis. Daniel Zielke, Unternehmenssprecher bei Healy Hudson, dem Hersteller der Vergabe-Management-Lösung Deutsche eVergabe: „Die Bieter würden es angesichts der anstehenden Novellierung des Vergaberechts sicher begrüßen, dass auch für nationale Ausschreibungen unterhalb der Schwelle eine elektronische Veröffentlichungspflicht eingeführt wird.“ Bekanntmachungen müssten dann ebenso an das Internet-Portal bund.de weitergeleitet werden. Der Bieter hätte damit dann tatsächlich ein zentrales Rechercheportal für alle Ausschreibungen, die in Deutschland existieren. „Es werden heute bereits wesentlich mehr als die vielzitierten fünf Prozent aller Aufträge elektronisch vergeben“, hält Carsten Klipstein, Geschäftsführer vom Deutschen Vergabeportal (DTVP), fest. „Wenn es um die Auftragserteilung geht, mag der Wert stimmen, aber bei der elektronischen Bereitstellung von Vergabeunterlagen und Bieterkommunikation sind wir schon viel weiter.“

    Kommunen sind interessiert

    So könnten etwa die Kommunen in Brandenburg die zentrale Vergabeplattform des Landes mitnutzen und täten dies bereits fast vollständig. Die Stadt Mainz führte im Jahr 2001 die erste elektronische Ausschreibung in Deutschland durch und nutzte dafür die cloudbasierte Vergabeplattform subreport ELViS von Anbieter subreport. Die Wartezeit innerhalb einer Ausschreibung verkürzte sich durch deren Einsatz um insgesamt 16,5 Arbeitstage. Über die zusätzlich eingesetzte elektronische Einkaufslösung der Firma TEK-Service konnte die Kommune erstmals belastbare, elektronische Leistungsverzeichnisse erstellen, die dann über die Vergabeplattform subreport zur elektronischen Ausschreibung verbracht wurden. Auch die Stadt Dülmen hat bereits vor einigen Jahren auf die E-Vergabe mit der subreport-Plattform umgestellt. „Die kleinen, freihändigen Vergaben organisieren wir aber nicht über die Plattform, dafür wäre der Aufwand zu groß“, erklärt Carsten Hövekamp, Leiter der zentralen Vergabestelle in Dülmen. Bei Leistungsverzeichnissen unter 2.000 Euro verschickt Dülmen die Unterlagen nach wie vor per E-Mail an die Firmen und diese reichen ihre Angebote in Papierform ein.

    Individuell passende Lösung

    Ob eine Kommune eine reine Vergabeplattform oder ein umfassendes Vergabe-Management-System einführen sollte, hängt nicht von der Größe und Organisationsstruktur einer Vergabestelle oder der Anzahl der Ausschreibungen ab. Entscheidend ist, ob sich die Verwaltung durchgehend auf workflowgesteuerte Vorgänge einlassen will oder nicht. Sollen nur die Ausschreibungen elektronisch kommuniziert werden, dürfte ein Portal ausreichen. Möchte die Kommune hingegen die gesamte Verwaltungshierarchie inklusive Genehmiger, externer Stellen und Rechnungsprüfer sowie die Wertung der Angebote abbilden, ist eher ein Vergabe-Management-System erforderlich. Unter den Anwendern der modular aufgebauten Lösung von Healy Hudson gibt es Vergabestellen, die 600 Ausschreibungen im Jahr über das Portal veröffentlichen, andere mit nur 100 Ausschreibungen nutzen das erweiterte Management-System. Die E-Vergabe ist also nichts Neues für deutsche Kommunen.

    Nachfrage nach E-Vergabe steigt

    Im Zusammenhang mit der Überführung der EU-Vergaberichtlinien in deutsches Recht rückt das Thema bei den Vergabestellen aber noch einmal in den Vordergrund: Die Anbieter von E-Procurement-Lösungen registrieren eine steigende Nachfrage. „Wenn eine Vergabestelle die E-Vergabe für eine EU-weite Ausschreibung erst einmal eingeführt hat, liegt es nahe, das Verfahren künftig auch für nationale Ausschreibungen einzusetzen“, sagt Johannes Rother, Prokurist bei subreport. Auch Monika Schmidt von TEK-Service rechnet damit, dass die Entscheidungsträger in den Kommunen das Thema künftig stärker priorisieren und mit der Umsetzung entsprechender E-Procurement-Strategien beginnen werden. Beim DTVP beurteilt man den Beschleunigungseffekt der anstehenden Modernisierung in der breiten Masse eher verhalten. Der DTVP-Technologie-Partner cosinex hat Mitte 2015 in einer eigenen Erhebung festgestellt: Von den häufig behaupteten 30.000 Vergabestellen in Deutschland führen höchstens 10 bis 15 Prozent jedes Jahr ein EU-weites Vergabeverfahren durch. Obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben, gingen dennoch viele Vergabestellen bereits freiwillig den elektronischen Weg. Auch der Marktplatz Deutsches Vergabeportal registriert ein steigendes Interesse der Vergabestellen nach Lösungen im Bereich E-Vergabe.

    Herausforderungen für Anbieter

    Für Carsten Hövekamp als langjährigen E-Procurement-Anwender dürfte sich durch die EU-Neuregelungen am bisherigen Prozedere nicht viel ändern. „Herausforderung für die Anbieter von E-Vergabe-Lösungen wird es sein, in ihren Lösungen nun einen offenen Zugang zu den Vergabeunterlagen ohne Registrierung zu schaffen, so wie es die EU-Richtlinie vorsieht“, erklärt er. Vorteil der bisherigen Registrierung für den Leiter der Zentralen Vergabestelle in Dülmen: Die Vergabestelle hat damit einen Überblick, wer sich Unterlagen wirklich heruntergeladen hat und kann auch nachträgliche Änderungen in der Ausschreibung an die Bieter kommunizieren. Intention der EU-Richtlinie ist es jedoch, durch einen freien Zugang ohne Registrierung die Anzahl der elektronischen Angebote zu erhöhen. „Es wird eine Herausforderung für die Anbieter der E-Vergabe-Lösungen, dies zu realisieren“, so Hövekamp.

    Frank Zscheile ist freier Journalist in München.

  • 05.01.2016 - Stadt und Stadtentwässerungsbetriebe Peine führen E-Vergabe ein

    Quelle: PEINER NACHRICHTEN, Dezember 2015

    Ab dem 01. Januar 2016 gilt schrittweise Änderung für Unternehmen / Schriftliches Einreichen wird abgeschafft

    Peine. Wichtig für Firmen: Die Stadt und die Stadtentwässerungsbetriebe Peine führen gleichzeitig ab dem 1. Januar 2016 bei neuen Aufträgen die elektronische Vergabe (E-Vergabe) ein.
    Mit Modernisierung des europäischen Vergaberechts sind laut Stadt-Sprecherin Petra Neumann „auch alle öffentlichen Auftraggeber auf kommunaler Ebene verpflichtet, die
    E-Vergabe bis zum 18. Oktober 2018 verbindlich einzuführen." Unter der E-Vergabe verstehe man die elektronische Durchführung von Vergabeverfahren. Zum Beispiel würden in Kürze die Vergabe- und Vertragsunterlagen für die Trockenbauarbeiten in der Hainwaldschule in Vöhrum und die Roh- und Abrissarbeiten im Bereich der Grundschule in Stederdorf online abrufbar sein.

    „Bisher wurden die Unterlagen von interessierten Unternehmen schriftlich bei der
    Vergabestelle angefordert, von dort in Papierform versandt und von der Firma ausgefüllt zur Angebots-Öffnung eingereicht", sagt Neumann. „Die Umstellung auf die E-Vergabe ermöglicht künftig eine effizientere, schnellere und rechtssichere Abwicklung der
    Vergabeverfahren“, ergänzt die Sprecherin der Stadtentwässerung, Petra Kawaletz.

    Die Vergabestellen der Stadt und der Stadtentwässerung nutzen ab dem 1. Januar 2016 die Plattform „Subreport ELViS“, um den Einstieg in die E-Vergabe schrittweise
    durchzuführen. „Unternehmen erhalten nach einer einfachen und kostenlosen Registrierung unter Verwendung einer ID-Nummer die Vergabeunterlagen per Download“, erklären Neumann und Kawaletz. Bis zur endgültigen Umstellung auf die elektronische Abwicklung müssen die Angebote aber noch in Papierform eingereicht werden.

    Weitere Infos unter www.peine.de und www.stadtentwaesserung-peine.de im Internet

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

subreport
Verlag Schawe GmbH
Buchforststr. 1-15, 51101 Köln

Presseanfragen: Daniela Hammami

Telefon: 0221 985 78-28
Fax: 0221 985 78-66

› Zum Kontaktformular
› Zur Anfahrtsbeschreibung

Ausschreibungen

69117 Heidelberg: Vergabeverfahren zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung zur Lieferung von Cloud-Server Hardware

Termine

17. Mai 2017 - 18. Mai 2017
MEMO - Methoden und Werkzeuge zur Verwaltungsmodernisierung


12. September 2017
6. Kölner Vergabetag



Alle Termine ansehen