newsreport Juli 2014

  • I. Der 3. Kölner Vergabetag rückt näher

    Zweimal wurde er bisher durchgeführt und schon ist er auf dem Weg zum unverzichtbaren Klassiker: Der 3. Kölner Vergabetag findet dieses Jahr statt am 30.09.2014 von 09:30 bis 16:00 Uhr, auf Wunsch vieler Teilnehmer wieder im bewährten Radisson Blu Hotel Köln. Detaillierte Informationen zum Programm, einen Rückblick auf die Veranstaltung im vergangenen Jahr und das Anmeldeformular zum Vergabetag 2014 finden Sie hier.

    Freuen Sie sich auf einen spannenden und interessanten Tag!

  • II. Strategische Ziele und Wirtschaftlichkeit in der öffentlichen Beschaffung: (K)ein Dilemma?

    Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Michael Eßig, München

    Prof. Dr. Michael Eßig, Forschungszentrum für Recht und Management öffentlicher Beschaffung Universität der Bundeswehr München

    1.         Zur Vereinbarkeit von strategischen Zielen und Wirtschaftlichkeit

    Es ist unstrittig, dass die öffentliche Beschaffung der wirtschaftlichen Bedarfsdeckung dient. Vor nicht allzu langer Zeit wurde jedoch heftig diskutiert, ob dieses Wirtschaftlichkeitsverständnis auch andere, früher „vergabefremd“ genannte Ziele wie bspw. den bevorzugten Kauf umweltfreundlicher Produkte einschließt. Auf den ersten Blick ist das Wirtschaftlichkeitsverständnis eindeutig: In § 97 (5) GWB heißt es: „Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt.“ Analog konkretisiert § 18 (1) bzw. § 21 (1) VOL/A: „Der Zuschlag ist auf das unter Berücksichtigung aller Umstände wirtschaftlichste Angebot zu erteilen. Der niedrigste Angebotspreis allein ist nicht entscheidend.“

    Die Europäische Union hat sich im Rahmen der neuen Vergaberichtlinie 2014/24/EU explizit dazu entschlossen, den Begriff des „wirtschaftlich günstigsten Angebots“ zu konkretisieren und durch das „beste Preis-Leistungs-Verhältnis“ zu ersetzen – die EU selbst geht davon aus, dass ihr bisheriges Verständnis nicht eindeutig interpretierbar war (Europäische Union 2014, S. 82, Vorbemerkungen Ziff. (89)). Art. 67 Abs. (1) und (2) führen explizit aus: „Die öffentlichen Auftraggeber erteilen unbeschadet der für den Preis bestimmter Lieferungen oder die Vergütung bestimmter Dienstleistungen geltenden nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften den Zuschlag auf der Grundlage des wirtschaftlich günstigsten Angebots. Die Bestimmung des aus der Sicht des öffentlichen Auftraggebers wirtschaftlich günstigsten Angebots erfolgt anhand einer Bewertung auf der Grundlage des Preises oder der Kosten, mittels eines Kosten-Wirksamkeits-Ansatzes, wie der Lebenszykluskostenrechnung gemäß Artikel 68, und kann das beste Preis-Leistungs-Verhältnis beinhalten, das auf der Grundlage von Kriterien — unter Einbeziehung qualitativer, umweltbezogener und/oder sozialer Aspekte — bewertet wird, die mit dem Auftragsgegenstand des betreffenden öffentlichen Auftrags in Verbindung stehen.“

    Mit diesen Ausführungen wird deutlich, dass „wirtschaftlich“ keinesfalls mit „billig“ gleichzusetzen ist und zum anderen, dass wesentliche Leistungskriterien eben auch strategische Ziele (der Politik bzw. der Gesellschaft) sein können. Konkret werden Nachhaltigkeitskriterien in sozialer und ökologischer Hinsicht sowie die Förderung von Innovationen genannt. Unklar war bislang jedoch noch, wie sich dieses Wirtschaftlichkeitsverständnis in Vergabeentscheidungen konkretisieren lässt. In der neuen Vergaberichtlinie 2014/24/EU hoffen Europäische Kommission und Parlament, mit dem Lebenszyklusansatz eine Antwort auf diese Frage geben zu können.

    2.         Lebenszykluskostenansatz als Lösung?

    Ziel einer „echten“ Wirtschaftlichkeitsentscheidung ist – wie oben skizziert – nicht, am Beispiel eines Pkw das Fahrzeug mit dem niedrigsten Anschaffungspreis zu kaufen, sondern den Zuschlag für das Fahrzeug zu erteilen, das über seine gesamte Nutzungsdauer am wirtschaftlichsten und nachhaltigsten betrieben werden kann. Niedrigere Energiekosten (bspw. aufgrund besserer Verbrauchsdaten) können höhere Anschaffungspreise überkompensieren. Dynamische Wirtschaftlichkeitsmodelle wie der Lebenszykluskostenansatz tragen dazu bei, dies vergaberechtskonform nachzuweisen.

    Art. 68 der neuen Vergaberichtlinie 2014/24/EU sieht explizit den Einsatz des Lebenszykluskostenansatzes bei der Vergabeentscheidung vor. Demzufolge dürfen die Kosten, welche bei der Vergabeentscheidung berücksichtigt werden, Anschaffungskosten, Nutzungskosten, wie z. B. Verbrauch von Energie und anderen Ressourcen, Wartungskosten sowie Kosten am Ende der Nutzungsdauer (wie Abholungs- und Recyclingkosten) umfassen. Selbst externe Kosten der Umweltbelastung dürfen berücksichtigt werden.

    Damit gelingt es tatsächlich, ein modernes betriebswirtschaftlich-kaufmännisches Wirtschaftlichkeitsverständnis in der öffentlichen Beschaffung zu verankern und strategische Ziele wie bspw. die Beschaffung ökologischer oder innovativer Produkte auch wirtschaftlich abzubilden. Die Anforderungen, die an den Lebensyzkluskostenansatz gestellt werden, sind hoch, bspw. muss die Methode den Bietern bekannt gemacht werden, darf nicht diskriminierend und nicht zu aufwendig sein. Damit einher geht die valide Bestimmung der zukünftigen Nutzungskosten, welche den Vergabestellen viel kaufmännisches und auch technisches Verständnis abverlangt. Neben die sehr zu begrüßende Rechtsnovelle muss also eine entsprechende Ressourcenausstattung der Vergabestellen treten, will man einen strategisch-wirtschaftlichen öffentlichen Einkauf tatsächlich etablieren. Hier sollte die Politik die Potentiale der öffentlichen Beschaffung erkennen und entsprechend handeln.

    Quelle:

    Europäische Union (Hrsg., 2014), Richtlinie 2014/24/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2014 über die öffentliche Auftragsvergabe und zur Aufhebung der Richtlinie 2004/18/EG, Brüssel 2014 (Amtsblatt der Europäischen Union)

  • III. Überblick im Vergaberecht

    Wikipedia formuliert es so: „Öffentliche Aufträge stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Daher bestand schon vor langer Zeit das Bedürfnis, hierfür Regelungen aufzustellen. Werden diese nicht eingehalten, wird das Ziel verfehlt, möglichst wirtschaftlich mit öffentlichen Mitteln umzugehen bzw. den interessierten Unternehmen in einem marktgerechten Wettbewerb die Möglichkeit zu geben, öffentliche Aufträge zu erhalten.“ So ist es – und genau deshalb gibt es aktuelle vergaberechtliche Entscheidungen auf subreport CAMPUS. Kostenfrei!

    Es ist oft nicht so einfach, den Überblick über wichtige Entwicklungen im Vergaberecht zu behalten. subreport CAMPUS bietet daher einen neuen attraktiven Service und damit einen weiteren wichtigen Mehrwert: Im CAMPUS-Wiki finden Nutzer ab sofort aktuelle vergaberechtliche Entscheidungen der letzten 14 Tage. Der Volltext ist 2 Wochen lang kostenfrei einsehbar. Nach Ablauf der 14 Tage werden die Entscheidungen in das Archiv verschoben, die Rumpfdaten aber weiter angezeigt.

    Kooperation mit id Verlag

    Möglich ist dies durch eine neue Kooperation mit dem id Verlag. Zu den Angeboten des Mannheimer Unternehmens zählt u.a. die Datenbank vpr-online, eine Datenbank für öffentliche Auftraggeber und Bieter sowie für alle Berater auf den Gebieten des Vergaberechts. Auf vpr-online haben Interessenten nicht nur Zugriff auf knapp 9.000 Entscheidungen zum Vergaberecht, sondern auch auf über 3.200 Urteilsbesprechungen nach dem 1-Seiten-Prinzip, in denen alles Wichtige für die Praxis prägnant und übersichtlich dargestellt ist. vpr-online enthält darüber hinaus den Vergaberechtskommentar von Rudolf Weyand, kommentierte Mustertexte und Formularschreiben für den Praktiker und vieles mehr.

    Christiane Schäffer, subreport-Geschäftsführerin: „Eine zentrale Maxime von CAMPUS heißt: Wissen fördern und Überblick verschaffen. Wir sind überzeugt, dass das neue Angebot die Attraktivität von subreport CAMPUS als Deutschlands Tor zur Auftragswelt weiter steigern wird.“

    Zum Wiki kommen Sie hier. Nähere Informationen über vpr-online finden Sie hier.

  • IV. Aktuelle Entwicklungen im Vergaberecht: Korruptionsprävention, quo vadis?

    Ein Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Christian Lantermann, Köln

    Dr. Christian Lantermann, Mitglied des Vorstands von Transparency International Deutschland e.V. und Rechtsanwalt in Köln

    Der Bereich der Vergabe öffentlicher Aufträge wird zu den besonders korruptionsgefährdeten Arbeitsgebieten gezählt.[1] Dass dies berechtigt ist, wird durch eine aktuelle Studie[2] der Europäischen Kommission unterstrichen. Im Rahmen der Studie wurden fünf Sektoren (Straßen- und Eisenbahnverkehr, Wasser und Abfall, Städtisch/Bau von Versorgungsleitungen, Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung) in acht Ländern (Frankreich, Ungarn, Italien, Litauen, Niederlande, Polen, Rumänien und Spanien) hinsichtlich der Auswirkungen von Korruption im Vergabewesen untersucht.

    Als Ergebnis wurde festgestellt, dass im Jahr 2010 in den o.g. Sektoren und Ländern Budgetverluste in Höhe von ca. 1,4 bis 2,2 Mrd. Euro zu verzeichnen waren. Es wird vermutet, dass in ca. 48% der Fälle von Auftragsvergaben in den Sektoren Wasser und Abfall sowie Forschung und Entwicklung Submissionsabsprachen getroffen und in ca. einem Drittel der Fälle (über alle untersuchten Sektoren gleich verteilt) Bestechungsgelder gezahlt bzw. gefordert wurden – zum Nachteil für die Allgemeinheit. Was muss geschehen, um dies zukünftig zu verhindern?

    Aktuelle Richtlinie der EU

    Die Richtlinie 2014/24/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2014 weist in Bezug auf die Korruptionsbekämpfung positive, aber auch nachdenklich stimmende Tendenzen auf.

    Als positiv zu bewertende Aussage ist den Erwägungsgründen zu entnehmen, dass öffentliche Aufträge nicht an Wirtschaftsteilnehmer vergeben werden sollen, die in der Vergangenheit u.a. wirtschaftskriminell auffällig waren. Um dieser Vorgabe gerecht werden zu können, ist der nationale Gesetzgeber gefordert, endlich ein entsprechendes Korruptionsregister auf Bundesebene zu etablieren. Des Weiteren zählt zu den positiven Aspekten, dass der Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel verbindlich vorgeschrieben werden soll. So sind E-Vergabe-Systeme – neben der Reduzierung von Verwaltungsaufwand und Kosten – auch dazu geeignet, den vergabeimmanenten Korruptionsrisiken vorzubeugen.

    Letztlich ist positiv hervorzuheben, dass es Steuerzahlern und Interessengruppen zukünftig möglich sein soll, Verstöße gegen die Richtlinie anzeigen zu können. Jedoch ist hierfür ein Maximum an Transparenz notwendig. Die Erwägungsgründe sehen vor, dass interessierten Parteien der Zugang zu Vergabeberichten ermöglicht werden soll, in denen wesentliche Entscheidungen einzelner Vergabeverfahren dokumentiert werden.

    Kritische Aspekte

    Aber aus den Erwägungsgründen geht auch hervor, dass die öffentlichen Auftraggeber bspw. freier in der Entscheidung über das auszuwählende Vergabeverfahren sein sollen, mit der Folge, dass das Primat des offenen Verfahrens „geopfert“ werden und es zu einer Gleichrangigkeit mit dem Verhandlungsverfahren kommen könnte. Dies wäre einer effektiven Korruptionsprävention hingegen nicht dienlich, da das offene Verfahren nach wie vor den größtmöglichen Wettbewerb und die größtmögliche Transparenz gewährleistet.

    Zudem sollen Fristen, die für offene, nicht offene und Verhandlungsverfahren gelten, stark gekürzt werden können, wenn eine „besondere Dringlichkeit“ gegeben ist. Wohlwissend, dass eine Fristverkürzung in Einzelfällen notwendig und geboten sein kann, darf eine solche Regelung nicht zu einer Umkehrung des Regel-/Ausnahmeverhältnisses führen und damit zu Lasten des Wettbewerbs gehen. Die Einhaltung strikter Vorgaben für Fristverkürzungen muss daher kontrolliert werden. In die Kategorie bedenklicher Punkte fällt zudem die Neuerung, dass bei „unvorhersehbaren Umständen“ öffentliche Aufträge angepasst werden dürfen und kein neues Ausschreibungsverfahren angestrengt werden muss.

    Im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht wird es für die Belange einer effektiven Korruptionsprävention entscheidend darauf ankommen, wie die positiven, aber auch die nachdenklich stimmenden Punkte der Richtlinie aufgegriffen und ausgestaltet werden, um für die Zukunft drohende Budgetverluste durch Korruption zu verhindern – dieses Mal zum Vorteil für die Allgemeinheit.


    [1]     Bundesinnenministerium: „Empfehlung zur Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung“, Empfehlung zu Nr. 2 der RL, letzte Fassung vom 9.02.2012, S. 4.

    [2]     Studie der Europäischen Kommission, “Identifying and Reducing Corruption in Public Procurement in the EU“.

  • V. Mit eBeschaffung Kosten sparen

    Kennen Sie das? Sie durchforsten einen Katalog, bestellen den gewünschten Artikel, freuen sich über den niedrigen Preis und entdecken später eine wesentlich günstigere Variante. Wer dies vermeiden will, stellt am besten auf elektronische Beschaffung um.

    Die elektronische Beschaffung (eBeschaffung) steht für das Einkaufen von Waren und Dienstleistungen über das Internet – beispielsweise über elektronische Marktplätze. Die grundlegende Idee dahinter: An die Stelle der gewohnten, Papier-lastigen Beschaffung tritt ein durchgängiger elektronischer Ablauf. Einer der vielen Vorteile der Umstellung ist, dass auf diesem Weg die Einkaufskosten um bis zu 80 % gesenkt werden können.

    Das richtige Instrument, um diese Vorteile für sich zu nutzen, ist die eBeschaffung auf subreport CAMPUS. Einfach Auftrag einstellen, in der Lieferantendatenbank die besten Anbieter aussuchen und sie mit einem Klick zur Angebotsabgabe auffordern. Oder, soll der Anbieterkreis besonders groß sein, Auftrag gleichzeitig im Ausschreibungspool der eBeschaffung veröffentlichen, ihn also allen Interessenten zugänglich machen.

    Übrigens: Für die eBeschaffung wird keine elektronische Signatur benötigt – das Verfahren unterliegt ja nicht dem Vergaberecht. Und noch eine gute Nachricht: Die eBeschaffung steht 14 Tage kostenfrei zur Verfügung!

    Wollen die Beschaffer möglichst günstig einkaufen, wollen ihre Lieferanten auf der anderen Seite möglichst viele Aufträge. Für sie geht es also darum, von Auftraggebern schnell gefunden zu werden und sich ihnen besonders professionell zu präsentieren. Einfach, schnell und effektiv geht das mit einer Firmendarstellung STANDARD oder BUSINESS auf subreport CAMPUS. „Günstiger und zielgerichteter kann Akquise eigentlich nicht mehr sein“, so lautet dann auch die Rückmeldung vieler Unternehmen.

    Interessiert? Kein Wunder. Nähere Informationen zur eBeschaffung finden Sie hier, zur Firmendarstellung hier.

  • VI. No-Spy-Erklärung bei öffentlichen Aufträgen

    Künftig wird es wohl bei vielen öffentlichen Ausschreibungen ein Dokument mehr geben, das Bieter mit ihrem Angebot vorlegen müssen: die so genannte No-Spy-Eigenerklärung. Ziel der Erklärung und der mit ihr verbundenen Vertragsklausel ist, Risiken durch nicht offengelegte Informationsabflüsse an ausländische Sicherheitsbehörden zu verhindern. Nun ist es ja lobenswert, dass die Bundesregierung für ihre IT- und Kommunikationssysteme höchste Sicherheit will. Und es liegt auf der Hand, dass das Streben nach dieser Sicherheit auch eine Überprüfung der Rahmenbedingungen öffentlicher Beschaffung umfassen kann. Ist aber der aktuelle Erlass des Bundesministeriums des Innern (BMI) wirklich der richtige Weg? Viele meinen: in der jetzigen Form nicht.

    Unscharfe Formulierungen

    Laut aktuellem Entwurf sollen Bieter bei öffentlichen Ausschreibungen des Bundes erklären, dass sie „rechtlich und tatsächlich in der Lage sind, vertrauliche Informationen vertraulich zu behandeln und vor Einblicken Dritter zu schützen.“ Damit sollen Unternehmen nicht nur verpflichtet werden, für absolute Sicherheit im Hinblick auf Technologie und Organisation zu sorgen. Es soll darüber hinaus erreicht werden, dass der Zugriff von Nachrichtendiensten auf die IT- und Kommunikationssysteme der Unternehmen vollständig ausgeschlossen ist.

    Für die Ablehnung eines Bieters oder die Kündigung eines Vertrages wird in Zukunft der Nachweis ausreichen, dass das jeweilige Unternehmen zur Datenweitergabe rechtlich verpflichtet ist. Nur, was genau ist eine „rechtliche Verpflichtung“? Und weiter: Der Erlass umfasst alle Ausschreibungen des Bundes mit möglicher Sicherheitsrelevanz. Ob dies zutrifft, können die Beschaffer für jeden Auftrag selber entscheiden. Offen bleibt allerdings, wie die Kategorisierung „mögliche Sicherheitsrelevanz“ zu verstehen ist.

    BITKOM-Vorschläge zur Optimierung

    Der BITKOM hat den Erlass des BMI grundsätzlich begrüßt, gleichzeitig jedoch Nachbesserungen bzw. Konkretisierungen gefordert. Auch unter Mitwirkung von subreport ist so ein Positionspapier entstanden, das Vorschläge für mehr Klarheit und Rechtssicherheit in einer Vielzahl von Punkten enthält. Insbesondere im Interesse der deutschen Unternehmen ist zu hoffen, dass die Bundesregierung das Papier zum Anlass nimmt, den Erlass nochmals zu überarbeiten.

    Das Positionspapier des BITKOM finden Sie hier.

  • VII. Open Source-Software in der Praxis

    Ein Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dominik Eickemeier - Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz, Köln

    Dominik Eickemeier Rechtsanwalt, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz Heuking Kühn Lüer Wojtek, Köln

    Im Bereich Software unterscheidet man zwischen so genannter proprietärer und Open Source-Software. Mit proprietärer Software ist diejenige Software gemeint, die Unternehmen entwickeln, um sie zum Beispiel an Dritte zu lizenzieren oder im eigenen Unternehmen zu verwenden. Ein wesentlicher Gesichtspunkt proprietärer Software ist derjenige der Verwertung. Unternehmen verdienen mit proprietärer Software Geld, indem sie sie verkaufen, indem sie sie lizenzieren oder Anwendungen betreiben (wie z.B. eShops im Rahmen des SaaS = Software as a Service), für die ihre Kunden Geld bezahlen. Unter Open Source-Software verstehen viele freie, frei zugängliche und rechtsfreie Software. Dies ist nur teilweise richtig.

    Die Open Source-Szene der freien Entwickler erarbeitet Software und ist dabei dem Gedanken verpflichtet, die Software ohne Vergütung anderen zur Verfügung zu stellen. Diese anderen sollen die Software verwenden können und gegebenenfalls weiter entwickeln. Solche Software ist keineswegs urheberrechtsfrei, die Schöpfer dieser Software sind genauso wie diejenigen proprietärer Software Urheber im Sinne des Urheberrechts. Auch bei freier Software handelt es sich in der Regel um persönliche geistige Schöpfungen und damit um urheberrechtlich geschützte Werke. Die Schöpfer haben sich lediglich entschieden, die Software anderen kostenfrei zugänglich zu machen.

    Copyleft

    Im Gegenzug verlangen viele Open Source-Entwickler, dass derjenige, der ihre Software nutzt, ggf. erweitert oder verbessert, seine Arbeitsergebnisse wiederum allen Dritten ebenfalls kostenfrei zur Verfügung stellt. Dieses Prinzip des „Copyleft“ (eine etwas schiefe Verballhornung von „Copyright“) ist die wichtigste und prägnanteste Pflicht im Open Source-Bereich. Aber nicht alle Urheber von Open Source-Software erwarten diese Gegenleistung. Es kommt ganz darauf an, welche Lizenzbedingungen die jeweiligen Open Source-Entwickler ihrer Software zugrunde legen. Mit der Nutzung von Open Source-Software akzeptiert man stillschweigend die zugrunde gelegten Lizenzbedingungen. Es empfiehlt sich daher dringend zu ermitteln, welche Bedingungen bei der Nutzung der Software gelten sollen, und diese dann vorher sorgfältig zu lesen und zu prüfen.

    Je nach der Art der Verbindung eigener Software mit Open Source-Software (z.B Zusammenlegung in einer ausführbaren Datei) führt das „Copyleft“-Prinzip häufig zu dramatischen Ergebnissen. Unternehmen werden hierdurch gezwungen, Eigenentwicklungen im Quellcode preiszugeben, obwohl sie hierfür erhebliche Entwicklungskosten aufgewendet haben und diese Kosten sich durch eine entgeltliche Lizenzierung amortisieren sollten. Hierbei kommt es ganz entscheidend auf die Art der Verbindung der Softwarekomponenten an. Eine Planung im Vorhinein ist eminent wichtig, da häufig im Nachhinein die bereits gemachten Fehler nicht mehr behoben werden können.

    Inkompatibilität von Open Source-Lizenzen

    Werden Open Source-Softwarekomponenten unter verschiedenen Lizenzen miteinander kombiniert, können weitere Probleme auftreten. Hier ist insbesondere an die sogenannte Inkompatibilität solcher Lizenzen zu denken. Wenn sich Lizenzwerke nicht „miteinander vertragen“, kommt es vor, dass bei der Verbindung solcher Softwarekomponenten unter den unterschiedlichen Lizenzen die Lizenzen als nicht erteilt gelten. Die Konsequenz wäre, dass der Verwender das Urheberrecht (der Open Source-Softwareentwickler) verletzt und auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann.

    Software und Patente?

    Für viele überraschend können softwaretechnische Entwicklungen auch patentgeschützt sein. Etwa im Bereich der Umwandlung von Video- oder Audioformaten bestehen zahlreiche Patente. MP3 sei hier als Stichwort genannt. Viele der Patentinhaber haben sich zu Patent-Pools zusammengeschlossen, die Lizenzen an den Patenten vergeben. Ohne eine Lizenz liegen Patentverletzungen vor, die ebenfalls verfolgt werden können. Es drohen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche.

    Was kann man tun?

    Es empfiehlt sich daher unbedingt, bereits im Vorfeld eigener Softwareentwicklungen zu prüfen, ob überhaupt, und wenn ja in welcher Weise Open Source-Komponenten Verwendung finden sollen. Finden sie Verwendung, so ist eine genaue Dokumentation der verwendeten Komponenten, der betreffenden Lizenzen sowie der Art der Verbindung der einzelnen Komponenten ganz entscheidend.

  • VIII. BMWi informiert: Neuregelungen zur elektronischen Vergabe

    subreport hat im letzten newsreport bereits darüber berichtet: Die neuen EU-Vergaberichtlinien, die bis zum 18. April 2016 in deutsches Recht umgesetzt sein müssen, enthalten zahlreiche Vorschriften, die Existenz und Einsatz elektronischer Mittel bei der Vergabe zwingend voraussetzen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat jetzt eine Orientierungshilfe veröffentlicht, die die Regelungen zusammenfasst und erläutert.

    Die Vorschriften lassen sich verschiedenen Themenkomplexen zuordnen:

    • Verfahrensarten, die vom Ablauf her auf dem Einsatz elektronischer Mittel basieren
    • Kommunikation und Informationsaustausch im Vergabeverfahren mit Hilfe elektronischer Mittel
    • Allgemeine Anforderungen an den Einsatz elektronischer Mittel
    • e-Certis
    • Normung und Standardisierung
    • Umsetzungsfristen

    Die Informationen des BMWi finden Sie hier:

    subreport begrüßt ausdrücklich, dass die elektronische Vergabe einmal mehr von der EU forciert wird. Natürlich stehen Interessierten die subreport-MitarbeiterInnen bei allen Fragen rund um das Thema eVergabe und ihre Einführung gerne zur Verfügung.

    Die Telefonnummer der kostenfreien Support-Hotline lautet: 0221 / 985 78 0.

  • IX. Wir stellen vor: Der Beirat subreport ELViS 2.0

    newsreport-Leser wissen bereits: Die Neuentwicklung von subreport ELViS wird durch einen Beirat kompetenter und erfahrener Praktiker aus Verwaltung und Wirtschaft unterstützt. Ende Juni haben sich die Mitglieder nun schon das zweite Mal in Köln getroffen. Höchste Zeit also, Ihnen diejenigen vorzustellen, die für Sie an einer neuen und noch besseren eVergabe-Lösung mitarbeiten. Wir beginnen mit Frau Astrid Kriegel von der Stadtverwaltung Mainz und Herrn Ralf Kriesemer von der Stadt Neuss:

    Frau Astrid Kriegel arbeitet seit über 5 Jahren im Bereich des Vergabewesens der Stadt Mainz. In ihrer Abteilung Vergabe und Einkauf werden alle Ausschreibungen der Stadt Mainz ab einer Kostenschätzung von EUR 10.000,00 durchgeführt. Dies betrifft alle Bereiche des Vergaberechts: von Baumaßnahmen, über Liefer- und Dienstleistungen bis hin zu freiberuflichen Leistungen. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen die städtische Feuerwehr, das Grünflächenamt und das Jugendamt.

    Im Beirat engagiert sich Frau Kriegel aus folgenden Gründen: „Ich finde es faszinierend, dass wir die Überarbeitung eines Systems, mit dem wir tagtäglich arbeiten, mit gestalten dürfen. Außerdem ist es interessant zu hören, welche Erfahrungen andere Verwaltungen mit subreport gemacht haben und wie dort subreport ELViS in die tägliche Arbeit eingebunden wird. Aber auch zum allgemeinen Austausch zwischen ´Vergaberechtlern` und Firmen sind die Sitzungen des Beirates wunderbar geeignet.“

    Herr Ralf Kriesemer ist bei der Stadt Neuss Leiter der Geschäftsstelle Antikorruption, der Internen Ermittlung und der Zentralen Vergabestelle. Auch dort werden sämtliche Bereiche des Vergaberechts (Hoch- und Tiefbau genauso wie Liefer- und Dienstleistungen) ab einem Wert von € 30.000 öffentlich ausgeschrieben, wobei die Tendenz beschränkt auszuschreiben ständig abnimmt. Herr Kriesemer engagiert sich bereits seit 5 Jahren für die eVergabe und ist außerdem der stellvertretende Antikorruptionsbeauftragte der Stadt.

    Ralf Kriesemer: „Es ist sehr wichtig für uns, dass es den Firmen leicht gemacht wird, elektronische Angebote abzugeben. Mit zusätzlicher Software z.B. schafft man zusätzliche Hindernisse. subreport ist ein Vorreiter für eine einfache und selbsterklärende Umsetzung der eVergabe. Es begeistert mich daher sehr, mich bei dieser Neuentwicklung zu beteiligen. Und – last but not least – ist es für Neuss auch in Zukunft wichtig, die eigenen Formulare bei der eVergabe einsetzen zu können.“

  • X. In der Quote liegt die Kraft

    Viele Vergabestellen stehen im Moment vor der Frage, welche eVergabelösung für sie die beste ist. Groß oder klein, komplex oder einfach, teuer oder günstig? Bei der Entscheidungsfindung gibt es ein Umdenken: Hat man bis vor einiger Zeit die unterschiedlichen Systeme in erster Linie abstrakt beurteilt, zählen heute vor allem pragmatische Aspekte. Immer mehr Verantwortliche interessiert daher die Quote der digitalen Angebote, die mit der jeweiligen Lösung erreicht wird. Das ist gut so, denn genau an dieser Stelle liegt der größte Nutzen elektronischer Vergabe. Aber warum ist das so? Und wie erreicht man hohe Quoten?

    Jörg Lenk, Leiter der Vergabestelle der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, ist mit seinen Quoten sicher (noch) eine Ausnahme. Er zeigt aber, was möglich ist: Wechsel des Plattform-Anbieters hin zu subreport ELViS 2011, sprunghafte Steigerung des Anteils elektronischer Angebote von schwachen 14 % für 2010 auf 75,8 % 2011 und 97,8 % im Jahr 2013. Für 2014 zeichnen sich schon jetzt ähnliche Zahlen ab. Solche Erfolge haben Gründe. Sie liegen einerseits im Engagement des Auftraggebers. Sie liegen andererseits sicher ebenso im Profil der Lösung: schlank und intuitiv zu bedienen, ohne Installations- und Schulungsaufwand sofort einsetzbar, mit hoher Nutzerfreundlichkeit und kompetentem kostenfreien Support.

    Schluss mit Medienbrüchen

    Die Quote digitaler Angebote spielt aus vielen Gründen eine wichtige Rolle. Kirsten Grotjahn vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH hat das Ende des Prozesses im Auge: „Elektronische Angebote sind besonders wichtig in Bezug auf die Archivierung in unserem Dokumentenmanagementsystem.“ Für Susann Friedemann von der Berliner Feuerwehr sind elektronische Angebote so wichtig, weil sie „die Umwelt schonen, Platz sparen, schnell verfügbar sind und günstiger sind.“ Hans Trees von den Stadtwerken Neuwied schließlich sieht nicht nur den Korruptionsschutz verbessert, sondern hat auch die Unternehmen im Blick: „Der Bieter hat bei der Online-Abgabe bis zum Submissionstermin Zeit, sein Angebot zu unterbreiten, weil Unterlagen nicht per Post an die Vergabestelle geschickt werden oder vorbei gebracht werden müssen.“

    Die kommenden Jahre werden intensive eVergabe-Jahre, das steht außer Frage. Unzählige Auftraggeber, insbesondere auf kommunaler Ebene, entscheiden sich für „ihre“ Lösung. Die Angebotsquote wird dabei eine herausragende Entscheidung spielen.

  • XI. Das sagen unsere Kunden

    Tobias Krawietz von der SWN Stadtwerke Northeim GmbH:

    Vor ca. einem Jahr hat die SWN Stadtwerke Northeim GmbH die elektronische Angebotsabgabe mit subreport ELViS eingeführt und bis heute nur gute Erfahrungen damit gemacht. Wir haben uns aus folgenden Gründen für eine elektronische Angebotsbearbeitung (von der Ausschreibung über Submission bis hin zur Beauftragung) entschieden:

    1. Kein Kopieren der Vergabeunterlagen mehr notwendig (Zeit- und Papierersparnis)

    2. alle Angebote können auf einer CD-Rom gespeichert werden und müssen nicht mehr in Papierform archiviert werden (Platzersparnis)

    3. Die Angebotsabgabe ist für die Bieter vereinfacht (alles vom Büro aus über den EDV-Arbeitsplatz möglich. Kein Aufwand mehr für eine direkte Angebotsabgabe beim AG).

    4. Die Submission kann durch die elektronische Angebotsabgabe schnell und einfach durchgeführt werden (Submissionsprotokoll über alle Angebote wird automatisch erstellt)

    5. Die Weiterbearbeitung der Angebote (Erstellung Preisspiegel etc.) ist unkompliziert möglich (die erforderlichen GAEB-Dateien liegen schon auf dem Arbeitsplatz vor und müssen nicht extra von jeder Firma nachgereicht werden bzw. durch den AG angefordert werden).

    Mit freundlichen Grüßen
    Dipl.-Ing. (FH) Tobias Krawietz

    SWN Stadtwerke Northeim GmbH, den 02.06.2014

    Am Mühlenanger 1
    37154 Northeim
    Tel.: 0 55 51 / 60 05 - 310
    Fax: 0 55 51 / 60 05 – 190
    E-Mail: krawietz@stadtwerke-northeim.de

     

    Günther Wimmer von der Heinrich Wana GmbH:

    Sehr geehrte Geschäftsleitung,

    hiermit möchte ich meinen persönlichen Dank an Ihren werten, höchst kompetenten und äußerst geduldig, freundlichen Mitarbeiter, Herrn Stefan Ehl aussprechen. Wie er mich/uns für die Angebotsabgabe zu einer Ausschreibung in Ihrem Subreportportal geleitet und geführt hat war aller Ehren wert und heutzutage leider viel zu selten! Eine wirklich große Hilfe mit einer Engelsgeduld. Größte Hochachtung. Bitte geben Sie diesen Dank an Ihren Mitarbeiter weiter!

    Grüße aus Berlin und alles erdenklich Gute für das Team.

    Günther Wimmer

    Heinrich Wana GmbH, den 15.07.2014

    Sophie-Charlotten-Str. 40
    14059 Berlin
    Tel.: 030 326932 0
    Fax: 030 3213451
    E-Mail: wana@wana.de

  • XII. subreport vor Ort

    30.09.2014 : 3. Kölner Vergabetag
    9.30 Uhr - 16.00 Uhr, Radisson Blu Hotel, Messe Kreisel 3, 50679 Köln