newsreport April 2017

  • I. Gesetzentwurf zur Einrichtung eines Wettbewerbsregisters beschlossen

    Am Mittwoch, den 29. März 2017, hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Einrichtung eines Wettbewerbsregisters (WRegG) beschlossen. Die Einrichtung eines zentralen Wettbewerbs- und Korruptionsregisters soll es für öffentliche Auftraggeber zukünftig einfacher machen, zu überprüfen, ob bei bietenden Unternehmen Ausschlussgründe vorliegen.

    0417-article-img-1In dem vom BMWI entwickelte Gesetzentwurf ist explizit geregelt, welche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zur Eintragung eines Unternehmens in dem Register führen. Deutsche Behörden sind demnach verpflichtet, relevante Verurteilungen an das Register zu melden. Dabei können auch Verurteilungen im Ausland zu einer Eintragung führen, wenn entsprechende Informationen vorliegen. Zur Eintragung im Wettbewerbsregister führen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die dem Unternehmen eindeutig zuzurechnen sind. Bei der Definition der Unternehmensverantwortlichkeit bezieht sich der Gesetzentwurf auf das Ordnungswidrigkeitsrecht. Demnach sind Verstöße gemeint, die von einer zur Leitung des Unternehmens gehörenden natürlichen Person im Kontext des Geschäftsverkehrs begangen wurden.

    Sollte es zur Eintragung in das Wettbewerbsregister kommen, wird das betroffene Unternehmen im Vorfeld von der registerführenden Behörde informiert und kann innerhalb von zwei Wochen Stellung beziehen oder Einwendungen anbringen. Werden durch ein Unternehmen schlüssige Einwendungen vorgebracht, erhält der Registereintrag einen Sperrvermerk. Wenn ein Auftraggeber dann Auskünfte über das betroffene Unternehmen anfragt, wird er lediglich über den Vermerk informiert. Einwendungen gegen Einträge, Widersprüche und ähnlichen Fragen fallen nicht in die Zuständigkeit der Vergabenachprüfungsinstanzen, sondern in die des Verwaltungsgerichts.

    Bis auf wenige Ausnahmen besteht für öffentliche Auftraggeber, die Aufträge im Wert von über 30.000 Euro ausschreiben, die Pflicht, Auskünfte beim Wirtschaftsregister abzufragen, bevor sie einem Bieter den Zuschlag erteilen. Letztendlich liegt aber die Entscheidung über den Ausschluss eines Unternehmens beim Auftraggeber, dem die bestehenden Vorschriften nach wie vor einen gewissen Ermessungsspielraum bei Ausschlussgründen einräumen. Einträge werden nach Ablauf einer drei- bis fünfjährigen Frist automatisch aus dem Register gelöscht. Wenn ein Unternehmen seine erfolgreiche Selbstreinigung nachweisen kann, kann eine vorzeitige Löschung beantragt werden.

     

  • II. Luft- und Raumfahrt mit ELViS

    Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und Verkehr, vergibt seine Aufträge mit dem Elektronischen Vergabeinformations-System subreport ELViS.

    Ohne Hemmschwellen und dank minimalem Administrationsaufwand unterstützt ELViS die tägliche Arbeit vor Ort perfekt. Betrieben wird die Lösung in einem BSI-zertifizierten Rechenzentrum – Sicherheit wird also großgeschrieben. „Nach umfangreicher Evaluation ist unsere Wahl nicht von ungefähr auf subreport gefallen. Gerade das DLR braucht verlässliche, erfahrene und engagierte Lieferanten“, sagt Heiko Wollenweber aus der Einkaufsleitung zur erfolgreichen Einführung des Vergabetools. Im DLR wird das neue Werkzeug hervorragend angenommen. Bald 200 Ausschreibungen sind in den letzten Monaten über die Plattform erfolgreich abgewickelt worden. subreport-Geschäftsführerin Christiane Schäffer freut sich: „Bereits 2001 wurde erstmals eine Ausschreibung mit unserem Elektronischen Vergabeinformations-System subreport ELViS vollständig elektronisch durchgeführt. Nach 16 Jahren harter Überzeugungsarbeit ist es deshalb schön zu sehen, dass eVergabe nun endlich als das erkannt wird, was sie ist: eine riesige Arbeitserleichterung mit enormen Einsparpotenzialen in der Beschaffung durch stärkeren Wettbewerb.“

    Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des DLR in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger. Als Zuwendungsempfänger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist es verpflichtet, Beschaffungen nach den Regularien des öffentlichen Auftraggebers durchzuführen. Dementsprechend muss das DLR als öffentlicher Auftraggeber die Inhalte der EU-Vergaberichtlinien umsetzen. Die Einführung der eVergabe gehört dazu.

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  • III. EuGH-Urteil zur Vergaberechtsfreiheit von Zweckverbänden

    0417-article-img-2Am 21. Dezember 2016 hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg über die Anforderungen an die Vergaberechtsfreiheit von Zweckverbänden geurteilt und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei der Gründung eines Zweckverbandes nicht um einen öffentlichen Auftrag handelt (EuGH, 21.12.2016, C-51/15).

    Damit für die Übertragung von Kompetenzen zwischen öffentlichen Stellen Vergaberechtsfreiheit besteht, sind allerdings bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Der neugeschaffene Zweckverband darf nicht nur die Zuständigkeit, sondern muss auch die damit einhergehenden Befugnisse erhalten. Weiterhin muss er die ihm übertragenen Aufgaben selbständig organisieren und den erforderlichen rechtlichen Rahmen selbst schaffen können. Außerdem muss die Einrichtung finanziell unabhängig sein, um auch die Finanzierung neuer Aufgaben sicherstellen zu können. Sind diese Rahmenbedingungen gegeben, bestehen nach Ansicht des EuGH weder die Voraussetzungen für eine Inhouse-Vergabe noch für eine öffentlich-öffentliche Zusammenarbeit.

    Hintergrund für die Entscheidung des Gerichts war der Fall des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover, den die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover 2003 insbesondere als Entsorgungsträger gegründet hatten. Die Firma Remondis beantragte in der Folge die Nichtigkeit des Auftrages der Region und Landeshauptstadt Hannover an den Zweckverband. Sie begründete dies mit den Umsätzen des Zweckverbands seit 2011, durch die die Voraussetzungen für eine vergaberechtsfreie Inhouse-Vergabe nicht mehr erfüllt seien. Das in zweiter Instanz angerufene Oberlandesgericht Celle legte die Frage daraufhin dem EuGH vor.

  • IV. UVgO: Drei Änderungen, die sich deutlich auf die Praxis auswirken werden

    0417-article-img-3Am 7. Februar 2017 wurde die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Es zeichnet sich ab, dass neben dem Bund auch die Länder die Neuregelung durch Anwendungsbefehle in Kraft setzen werden. In Kürze wird sich die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unterhalb der Schwellenwerte also flächendeckend nach der UVgO richten.

    Die Vorschriften sind gegenüber dem zuvor geltenden ersten Abschnitt der VOL/A vollständig neu gefasst und der Umfang hat sich mit insgesamt 54 Paragrafen deutlich erhöht. Aus der Vielzahl der Neuregelungen sollen hier drei Änderungen vorgestellt werden, von denen bereits jetzt erkennbar ist, dass sie die künftige Vergabepraxis prägen werden.

    Freie Wahl zwischen öffentlicher und beschränkter Ausschreibung

    Die bisherige Rechtslage sah die öffentliche Ausschreibung als Regelverfahren vor. In dieser Verfahrensart kann grundsätzlich jedes Unternehmen ein Angebot abgeben. Demgegenüber waren besondere Rechtfertigungsgründe erforderlich, wenn der Auftraggeber im Wege einer beschränkten Ausschreibung vorgehen und nur ausgewählte Unternehmen zur Angebotsabgabe zulassen wollte.

    Gemäß § 8 Abs. 2 UVgO stehen dem Auftraggeber künftig die Verfahrensarten „öffentliche Ausschreibung“ und „beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb“ nach freier Wahl zur Verfügung. Das Gesetz folgt damit der Rechtslage, die bereits seit April 2016 oberhalb der EU-Schwellenwerte gilt.

    Für Auftraggeber wird hierdurch die Möglichkeit geschaffen, die Zahl der Angebote von vornherein zu begrenzen. Das verringert den Aufwand für die Angebotsprüfung und mögliche Nachforderungen fehlender Unterlagen.

    Auf Bieterseite wird die beschränkte Ausschreibung häufig skeptisch gesehen, bietet sie doch schlechtere Chancen für Newcomer und Außenseiter. Allerdings ist nicht zu befürchten, dass eine Flut derartiger Verfahren ansteht. Denn für Auftraggeber hat die beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb den Nachteil der deutlich längeren Verfahrensdauer. Dieser muss gegen die erzielte Aufwandsersparnis abgewogen werden. Aus dem Oberschwellenbereich ist jedenfalls nicht bekannt, dass Auftraggeber ihre neue Freiheit missbrauchen.

    Möglichkeit zur Korrektur von Fehlern im Angebot

    Der Formalismus des Vergaberechts ist mittlerweile legendär. Bereits kleine Ungenauigkeiten im Angebot des Bieters können zu zwingenden Ausschlussgründen führen. Das gilt auch dann, wenn das Angebot in der Wirtschaftlichkeitswertung führt. § 41 Abs. 2 UVgO sieht eine Flexibilisierung vor.

    Enthält das Angebot des Bieters einen Fehler in den unternehmensbezogenen Unterlagen, so kann der Auftraggeber anstelle eines Ausschlusses den Bieter zur Korrektur auffordern. Unternehmensbezogene Unterlagen sind dabei insbesondere die Eignungsnachweise. Wird zum Beispiel ein veralteter Handelsregisterauszug vorgelegt, so kann dieser künftig nach entsprechender Aufforderung durch ein aktuelles Dokument ausgetauscht werden. Auch fehlerhafte Angaben zu Referenzaufträgen können nachträglich vom Bieter geändert werden. Die Korrekturmöglichkeit tritt neben die bereits zuvor bestehende Möglichkeit der Nachforderung.

    Es ist zwar richtig, dass der Auftraggeber damit die Möglichkeit hat, auf das Ausschreibungsergebnis grundlegenden Einfluss zu nehmen. Dennoch ist die Neuregelung uneingeschränkt zu begrüßen. Denn es kann nicht das Ziel des Vergaberechts sein, einen möglichst scharfen Wettbewerb um die Einhaltung formaler Vorgaben in den Eignungsnachweisen zu erzeugen. Und dort, wo es um den Vergleich der tatsächlichen Leistung geht, ist der Bieter geschützt: Die Vorschrift erlaubt keine nachträglichen Korrekturen an Preisblättern, Bieterkonzepten oder anderen leistungsbezogenen Unterlagen.

    Die Aufforderung zur Korrektur steht im Ermessen des Auftraggebers. Er ist nicht gezwungen, hiervon Gebrauch zu machen. Insofern gilt nichts anderes als hinsichtlich der Möglichkeit zur Nachforderung. Bieter sollten die formalen Anforderungen des Auftraggebers daher auch künftig ernst nehmen und Unklarheiten gegebenenfalls durch Bieterfragen aufklären.

    Wettbewerb ausschließlich über die Qualität

    Bereits nach bisherigem Recht war anerkannt, dass der Auftraggeber neben dem Preis auch qualitative Aspekte der Leistung bewerten durfte. Nicht abschließend geklärt war lediglich, ob für die Gewichtung von Qualitätskriterien eine Obergrenze einzuhalten war und wo diese verlief.

    Die UVgO erlaubt jetzt in § 43 Abs. 2 S.3 einen radikalen Ansatz: Der Auftraggeber kann den Preis für die nachgefragten Leistungen einseitig vorgeben und den Wettbewerb allein über qualitative, umweltbezogene oder soziale Zuschlagskriterien austragen lassen.

    Auch für diese Regelung gab es ein Vorbild aus dem Bereich der Oberschwellenwertvergabe. Sie kann helfen, wenn ein unsinniger Preiskampf zulasten der Qualität droht. Denkbar ist auch ein Einsatz für die Beschaffung von Leistungen, für die typischerweise Unterkostenangebote abgegeben werden. Damit könnten zum Beispiel die mittlerweile obligatorischen Preisprüfungen in Reinigungsausschreibungen vermieden werden.

    Offen ist noch, an welche Regeln der Auftraggeber gebunden ist, wenn er den vorgegebenen Preis festsetzt. Die Regelung darf jedenfalls nicht dazu führen, dass öffentliche Auftraggeber ihre Nachfragemacht ausnutzen, um Preisreduktionen durchzusetzen. Hier sind die Vergabenachprüfungsinstanzen gefragt. Deren anstehende Entscheidungen zum Oberschwellenbereich werden sich voraussichtlich auf die UVgO übertragen lassen und auch hier für Klarheit sorgen.

    Lisch_Karsten_6_6_300dpiDr. Karsten Lisch ist Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke. Er ist auf das Vergaberecht spezialisiert und unterstützt vor allem öffentliche Auftraggeber bei der Vorbereitung und Durchführung von Beschaffungen.

     

  • V. subreport für den Großen Preis des Mittelstands nominiert

    nominierung-gpdm-wordpress-subreport hat in diesem Jahr eine Nominierung für den Großen Preis des Mittelstands erhalten, der wichtigsten Wirtschaftsauszeichnung für den deutschen Mittelstand. Damit sind wir nach 2011 und 2012 bereits zum dritten Mal für den Wettbewerb vorgeschlagen worden.

    Beim Großen Preis des Mittelstands bedeutet schon die Nominierung eines Unternehmens eine Auszeichnung. Durch sie gehört subreport zum Netzwerk der erfolgreichsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Dabei geht es im Wettbewerb nicht nur um betriebswirtschaftliche Erfolge und Zahlen, sondern insbesondere auch um Beschäftigungspolitik und Innovationskraft sowie um die Verantwortung eines Unternehmens für die Gesellschaft.

    In 2017 wurden von den über 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland knapp 5.000 für den Wettbewerb nominiert. Der Preis verfolgt das Ziel, Aufmerksamkeit und Anerkennung auf die wirtschaftlichen Leistungen und die soziale Verantwortung des deutschen Mittelstands innerhalb der Gesellschaft zu lenken und gilt heute als einer der bedeutendsten Wirtschaftswettbewerbe in Deutschland.

  • VI. „Die Erfahrungen und das Feedback sind eine große Motivation“

    Die Städte und Gemeinden des Landkreises Darmstadt-Dieburg arbeiten bereits seit 2014 interkommunal zusammen – und das hat sich bewährt. Wir haben Kristina Linder, Fachgebietsleiterin der Zentralen Auftragsvergabestelle, einige Fragen zu diesem Thema gestellt.

    0417-article-img-6Wie kam es zu der interkommunalen Zusammenarbeit? „Der erste Anstoß für die interkommunale Zusammenarbeit ging zunächst von dem Bürgermeister einer der Kommunen des Landkreises aus, der eine Anfrage zur Abwicklung der Vergabevorgänge seiner Kommune über die Zentrale Auftragsvergabestelle (ZAvS) und die dem Revisionsamt zugeordnete Submissionsstelle des Landkreises stellte. Diese Anfrage wurde seitens des Landrats des Landkreises Darmstadt-Dieburg aufgegriffen, indem das grundsätzliche Interesse aller Städte und Gemeinden des Landkreises für eine solche Zusammenarbeit abgefragt und eine Informationsveranstaltung durchgeführt wurde. Es bestätigte sich danach das Interesse der Kommunen an einer interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich der Vergabe, die sich nun inzwischen seit dem Jahr 2014 bewährt.“

    Mit wem arbeiten Sie zusammen? „Es besteht über entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarungen eine Zusammenarbeit mit 15 Kommunen des Landkreises sowie vier Zweckverbänden. Hinzugekommen ist weiterhin eine Kommune außerhalb des Landkreises, eine weitere „externe“ Kommune ist derzeit, wie auch verschiedene Landkreiskommunen, in Abstimmungen über die Zusammenarbeit mit der ZAvS.“

    Welche Maßnahmen umfasst die interkommunale Zusammenarbeit? „Die Zentrale Auftragsvergabestelle kann den Kommunen eine Vielzahl von unterstützenden Tätigkeiten anbieten. Das mögliche Leistungsspektrum ist dabei das gleiche wie für die ausschreibenden Organisationseinheiten des Landkreises selbst: Begleitung des gesamten Vergabeprozesses in organisatorischer Hinsicht einschließlich der Erfüllung der Veröffentlichungspflichten, Prüfung von Leistungsverzeichnissen vor der Veröffentlichung auf Konformität zu den vergaberechtlichen Bestimmungen, Zusammenstellung der Vergabeunterlagen mit den einheitlichen Mustern aus dem Vergabehandbuch des Bundes, das Hochladen der vollständigen Vergabeunterlagen auf die Vergabeplattform subreport ELViS, ergänzende formale Angebotsprüfung nach der Öffnung der Angebote und der formalen und rechnerischen Erstprüfung durch die Submissionsstelle sowie die Teilnahme an Auswahlsitzungen und Bietergesprächen, Prüfung von Vergabeempfehlungen auf Konformität zu den vergaberechtlichen Bestimmungen und die Versendung von Nichtberücksichtigungsschreiben.

    Bei allen Leistungen steht die beratende Funktion der ZAvS im Vordergrund. Die Verantwortung für die zu treffenden Entscheidungen bleibt selbstverständlich bei den ausschreibenden Stellen. Sie entscheiden im Übrigen auch in jedem Einzelfall der Vergabe, welche Teilleistungen der ZAvS in Anspruch genommen werden sollen.“

    Welche Effekte lassen sich durch welche Maßnahmen erreichen? „Die interkommunale Zusammenarbeit ist insgesamt geeignet, die Effizienz und die Qualität der Vergabeverfahren zu erhöhen. Es liegt auf der Hand, dass die Zahl der abzuwickelnden Verfahren in unmittelbarem Zusammenhand mit der Routine bei dieser Abwicklung steht. Insofern profitiert auch die ZAvS von der Zusammenarbeit.

    Für die beteiligten Kommunen liegen die Vorteile zunächst in der nunmehr papierlos erfolgenden Aufforderung zur Angebotsabgabe und den zunehmend papierlos eingehenden Unterlagen, ohne dass eigenes Personal erforderlich wäre, das sich gesondert auf eVergabe spezialisieren muss. Es entfällt also die Vervielfältigung und Versendung sowie die Verwaltung des Entgelts für die Vergabeunterlagen. Außerdem liegt für die Kommunen ein nicht zu unterschätzender Vorteil darin, bei vergaberechtliche Fragen und Verpflichtungen Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. So ist es möglich, dass sich die jeweils beteiligten Projektleitungen ihrer Fachlichkeit ganz widmen können, ohne Gefahr zu laufen, in vergaberechtlicher Hinsicht etwas zu übersehen.

    Nicht zuletzt hat die interkommunale Zusammenarbeit aber auch für die Bieter erhebliche Vorteile. Einerseits erfahren die Vergabeunterlagen selbst eine Vereinheitlichung, so dass die Bieter unabhängig davon, welche beteiligte Kommune ausschreibt, mit den Unterlagen vertraut sein dürften. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bieter für ein größeres Gebiet eine einheitliche Vergabeplattform vorfinden und nicht bei benachbarten Kommunen ihres Bewerbungsradius mit unterschiedlichen Systemen arbeiten müssen.“

    Inwieweit fördert eGovernment die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen/Teilnehmern? „Bezogen auf die Abwicklung von Vergabeverfahren erleichtert das Arbeiten auf elektronischem Weg die Zusammenarbeit enorm, weil Transportwege zwischen den beteiligten Ämtern und damit Zeitverlust bei der Beförderung von Unterlagen auf ein Minimum reduziert werden können. Auch insofern ist das Ziel der vollständigen elektronischen Abwicklung von Vergabeverfahren einschließlich der Angebotsabgabe anzustreben.“

    Gibt es ein spezielles Anschauungsprojekt, welches die Zusammenarbeit besonders aufzeigt? „Ein solches spezielles Anschauungsprojekt existiert aus Sicht der ZAvS nicht. Wir empfinden vielmehr alle gemeinsam mit den Kommunen abgewickelten Ausschreibungen als gleichermaßen gut geeignet, die Zusammenarbeit nicht nur aufzuzeigen, sondern ihre Vorteile zu untermauern.“

    Was begeistert vor allem Sie, Frau Linder, an dem Thema „Interkommunale Zusammenarbeit“? „Die Zentrale Auftragsvergabestelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg wurde im Jahr 2012 mit dem Ziel installiert, eine Standardisierung und Optimierung der Vergabeprozesse und die Förderung der eVergabe zu erreichen. Sie wurde mit einem sehr gut qualifizierten Team ausgestattet, das eine hohe Spezialisierung im Vergaberecht und der eVergabe aufweist. 

    Vergabeprozesse erfordern die Fachlichkeit in der Analyse und Beschreibung des Auftragsgegenstands einerseits und, im Fall der Vergabe durch öffentliche Auftraggeber, profunde Kenntnisse des Vergaberechts andererseits. Gerade das Vergaberecht ist jedoch sehr komplex und unterliegt einer starken Dynamik. Für kleinere Verwaltungen kann es deshalb im Tagesgeschäft schwierig sein, im Bereich der Vergabe und insbesondere auch der eVergabe auf dem neuesten Stand zu bleiben.

    Hier kann und will die ZAvS für Unterstützung sorgen, um so Kapazitäten in den Kommunen für die fachlich-inhaltliche Arbeit freiwerden zu lassen. Die bisherigen Erfahrungen und das Feedback zu der Zusammenarbeit sind eine große Motivation in dieser Richtung weiter zu machen.“   

    Frau LinderKristina Linder hat Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Darmstadt studiert und war dort drei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. Im Januar 2000 wechselte sie zur Kreisverwaltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg, wo sie bis zum Jahr 2012 als Technische Revisorin arbeitete. Seit Mai 2012 leitet Frau Linder die Zentrale Auftragsvergabestelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg, die inzwischen von vier auf neun Köpfe gewachsen ist.

  • VII. Was macht eigentlich… die eAkte?

    Die eAkte kommt! Bis spätestens 2020 müssen alle Bundesbehörden die elektronische Akte eingeführt haben. So will es das 2013 verabschiedete eGovernment-Gesetz. Und die Vorteile, die eine elektronische Aktenführungen in Behörden und der Verwaltung mit sich bringt, liegen ja auch klar auf der Hand: Lauf- und Bearbeitungszeiten verkürzen sich, die benötigten Daten sind besser verfügbar, ganz zu schweigen von der enormen Papier- und Platzersparnis.

    Trotzdem ruft die Aussicht auf die Einführung der eAkte vielerorts nach wie vor Unbehagen, wenn nicht sogar Widerstand, hervor. Der benötigte Zeit- und Organisationsaufwand für die Einführung, Sicherheitsbedenken oder die Kosten für die Umsetzung sind gängige Argumente, die angeführt werden.

    0417-article-img-8Dennoch – das Ende des Papierkriegs ist definitiv besiegelt: Bis zum 10. Januar 2017 konnten sich Unternehmen an der Ausschreibung einer eAkte-Lösung für die Bundesbehörden beteiligen. Der Auftrag des Bundesinnenministeriums mit einem Volumen von 66 Millionen Euro umfasst die Lieferung einer Lösung zur elektronischen Aktenführung für rund 200.000 Arbeitsplätze. Mit der Einführung der eAkte auf Bundesebene wir ein wichtiger Meilenstein des Projekts „IT-Konsolidierung Bund“ erreicht, das die Themenfelder Betriebskonsolidierung, Dienstekonsolidierung und Beschaffungsbündelung umfasst.

    Neben der Verschlankung von Prozessen innerhalb der Verwaltung und einer zu erwartenden Zeitersparnis von fünf bis zehn Prozent, geht es aber vor allem darum, sich der Herausforderung Digitalisierung zu stellen und Voraussetzungen für eine leistungs- und zukunftsfähige Verwaltung zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass die eAkte auch auf Länder- und Kommunalebene bald obligatorisch wird.

  • VIII. 2017 – 99 Jahre subreport Verlag Schawe GmbH

    In diesem Jahr feiert subreport seinen 99. Geburtstag! Eine gute Gelegenheit, einmal einen Blick in unsere nun fast 100-jährige Geschichte vom Printverlag zum modernen Informationsdienstleister zu werfen.

    Start in schwierigen Zeiten

    Am 22. November 1918 meldet Ewald Schawe in Köln ein Gewerbe an: einen Zeitungsverlag. Schon knapp einen Monat später erscheint die erste Ausgabe der Ersten Westdeutschen Bauzeitung. Die Entscheidung, in den unsicheren Zeiten unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg ein Unternehmen zu gründen, war durchaus riskant. Doch der Plan geht auf: Mit der Rheinisch-Westfälischen Baugewerkszeitung, dem Baurat oder dem Kölner Heiratskalender sowie dem Westdeutschen Bautennachweis kommen in den folgenden Jahrzehnten immer weitere regelmäßige Publikationen hinzu.

    Frau und Töchter übernehmen das Ruder0417-article-img-9

    Nach dem Tod Ewald Schawes 1960 übernehmen seine Frau und seine Töchter die Geschäfte. Damit lag die Unternehmensführung vollständig in weiblicher Hand – und das in einer Zeit, in der Frauen in derartigen Positionen absolute Ausnahmeerscheinungen waren. Bis in die 1980er Jahre ist der Verlag Schawe in Familienbesitz und -führung. Bis 1986 Edda Peters den Staffelstab übernimmt.

    Auf zu neuen Ufern

    Ihr Interesse und ihre Begeisterung für neue Technologien und Trends bringen neue Impulse in das Traditionsunternehmen. Der Grundstein für den Wandel vom Printverlag zu einem modernen Informationsdienstleister wird gelegt. Am 2. Oktober 1988 erscheint die erste subreport-Ausgabe, kurz darauf wird die subreport Verlag Schawe GmbH gegründet.

    subreport wird führender Ausschreibungsdienst

    Edda Peters hat ein gutes Gespür für die Potentiale, die in den Geschäftsfeldern Informationsvermittlung und Dienstleistung für den Bereich Ausschreibung und Vergabe liegen. Mit subreport select bringt sie ab 1995 erstmals einen täglich erscheinenden, maßgeschneiderten Informationsdienst heraus, der eine zielgerichtete Recherche nach potentiellen Aufträgen durch ein individuelles Stichwortprofil erlaubt. Seit 1999 erreicht das Unternehmen bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand eine Deckungsquote von 98 Prozent. Im Durchschnitt werden täglich rund 600 aktuelle und geprüfte Ausschreibungen veröffentlicht.

    subreport wird digital

    1997 geht der erste eigene Webauftritt des Unternehmens an den Start. Bereits 1999 beginnt die Arbeit an einer eVergabe-Lösung. 2001 ist es soweit: Mit dem Elektronischen Vergabeinformations-System subreport ELViS wird erstmal in Deutschland eine Ausschreibung der Stadt Mainz vollständig elektronisch durchgeführt – und das europaweit. Damit ist subreport Vorreiter in Sachen eVergabe – lange, bevor sich die Verpflichtung zur elektronischen Vergabe von Aufträgen in der Vergaberechtsreform 2016 abzeichnete.

    Vom Ausschreibungsdienst zum Verlag für digitale Informationsdienste und Prozessentwicklung

    Seit 2008 ist Edda Peters Tochter Christiane Schäffer weitere Geschäftsführerin der subreport Verlag Schawe GmbH. Die Themen Prozessentwicklung und digitale Vernetzung rücken bei subreport weiter in den Fokus. Mit subreport CAMPUS entsteht 2013 ein innovatives digitales Kompetenzzentrum für Dialog, Vernetzung und Wissensaustausch zwischen Auftraggebern und Unternehmen. Auch die Weiterentwicklung von subreport ELViS, beispielsweise die Erweiterung durch verschiedene Funktionalitäten zum Vergabe-Management-System, ist weiter zentrales Thema. Denn: Auch nach fast 100 Jahren sind uns die Ideen noch nicht ausgegangen, wie man die Arbeit von Vergabestellen und Unternehmen noch einfacher machen kann. Tradition verpflichtet eben…

  • IX. Das sagen unsere Kunden

    via_logo03Schnell einsetzbar, leicht zu bedienen und die Möglichkeit, sämtliche Vergabearten darzustellen – das waren die wichtigsten Anforderungen an eine eVergabe-Lösung für die Via Verkehrsgesellschaft mbh. Und auch für potenzielle Bieter und Lieferanten sollte die Plattform kostenfrei und ohne großen Aufwand nutzbar sein. Nach einer intensiven Marktsondierung entschied sich der Essener Sektorenauftraggeber für das Elektronische Vergabeinformations-System subreport ELViS. Mittlerweile hat das Unternehmen rund 200 Ausschreibungen und Anfragen über ELViS durchgeführt. Das Ergebnis: Eine wesentliche Verschlankung der Abläufe im Einkauf und eine erhebliche Reduktion des Papierbergs.

    indexWeniger Verwaltungsaufwand bei der Beschaffung und Rechtssicherheit bei allen wettbewerbsrelevanten Vergabearten – das stand für die Stadtwerke Dinslaken GmbH bei der Auswahl einer eVergabe-Lösung im Vordergrund. Mit der Entscheidung für subreport ELViS wurden alle Anforderungen bestens erfüllt. Die Stadtwerke aus dem nordwestlichen Ruhrgebiet planen deshalb eine Ausweitung der Nutzung als Kommunikationsplattform, um alle Verfahrensschritte über ELViS digital und vollständig dokumentieren zu können.

    unnamedAber nicht nur Auftraggeber, auch Bieter und Bewerber arbeiten gerne mit subreport ELViS, besonders wegen des unkomplizierten und schnellen Kundenservice: „subreport ist wirklich eine super Plattform. Unkompliziert, bedienerfreundlich und auch noch wirklich über Telefon sofort erreichbar“, so formuliert es Carmen Pfützenreuter von der HESS + KNOLL DACHTECHNIK GmbH.

    Vielen Dank für das motivierende Feedback. Wir freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit!

  • X. subreport vor Ort

     

    17.05.2017 – 18.05.2017: MEMO – Methoden und Werkzeuge zur Verwaltungsmodernisierung

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    12.09.2017: 6. Kölner Vergabetag 

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